Tagebuch Mai 2013

geschrieben von: B. Fahrner

Mittwoch, 22. Mai 2013

Es war wieder so weit: unsere Partnerschulen aus der Normandie trafen zum Gegenbesuch des Schuljahres 2012/13 in Hesel ein. Nach anstrengender Fahrt begrüßte der Konrektor, Herr Gövert, die Gäste aus Marigny und Canisy und hieß sie herzlich in Ostfriesland willkommen. Nach einem Erfrischungsschluck fuhren die Gastfamilien sehr bald mit ihrem Gast in die Wohnorte zu einem ersten Abendessen. Die lange Reise steckte den französischen Gästen doch ziemlich in den Knochen, und alle waren sehr froh, endlich ins Bett zu kommen.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Heute stand am Vormittag eine Stadtrallye in der Leeraner Innenstadt auf dem Programm, bei der nicht nur die Franzosen viel Sehenswertes kennen lernten; auch ihre Partner erfuhren manch Neues und Interessantes über die Stadt.

Am Nachmittag waren wir dann zu einem Empfang im herrlich restaurierten Rathaussaal des Rathauses eingeladen. Der Bürgermeister, Herr Kellner, war leider verhindert, so dass uns sein Stellvertreter, Herr Hauschild, einige Informationen zur Geschichte der Stadt Leer gab, bevor er die Gruppe in die Geheimnisse der ostfriesischen Teezeremonie einwies. Der Tee und die gereichten Plätzchen schmeckten allen und viele gaben sich mit den obligatorischen drei Tassen Tee nicht zufrieden.

Gegen 16h00 war der offizielle Teil dieses ersten Besuchstages beendet und alle Teilnehmer fuhren zurück in die Wohnorte.

Freitag, 24. Mai 2013

Heute sollten die Franzosen ein wenig über Ostfrieslands Grenzen hinaus schauen und Großstadtluft schnuppern: der Besuch Bremens stand an.

Wir fuhren mit dem Zug dort hin und wurden am Bahnhof von zwei Stadtführern in Empfang genommen. Zwei Stunden lang zeigten uns diese Herrschaften die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Bremer Innen- und Altstadt. Sie informierten die Gäste über Geschichte und Handel der Stadt und sie vergaßen bei ihren Erklärungen auch nicht, das ein oder andere lustige Anekdötchen einzufügen.

Im Anschluss an die Führungen hatten die Schüler (und auch die begleitenden Lehrer) natürlich Gelegenheit ihr mitgenommenes Picknick zu verzehren oder in eines der zahlreichen Restaurants einzukehren. Danach blieb noch Zeit für das obligatorische Shopping, bevor wir dann noch das Überseemuseum besuchten.

Um 18h15 endete dieser bei den Franzosen sehr beliebte Tag am Bahnhof Leer, wo die Gäste von ihren Gastfamilien wieder abgeholt wurden.

Samstag, 25. Mai 2013

Sonntag, 26. Mai 2013

Das Wochenende gehörte, wie jedes Jahr, ganz den Familien und wurde zu den unterschiedlichsten Aktivitäten und Ausflügen genutzt.

Montag, 27. Mai 2013

Heute war "Schule gehen" angesagt. Die französischen Schülerinnen und Schüler nahmen am Unterricht ihrer Partner teil und bekamen so einen ersten Eindruck von "deutscher Schule und Unterricht". Jeweils eine Doppelstunde war aber einem deutsch-französischen Unterrichtsprojekt vorbehalten. Frau Wille und Frau Elsner luden Deutsche und Franzosen zu einem Koch-/Backkurs in die Heseler Hauswirtschaftsräume ein, wo gemeinsam Rosinenbrötchen zunächst vorbereitet und gebacken und anschließend selbstverständlich auch verzehrt wurden. Alle waren mit Eifer bei der Sache, besonders die Franzosen, die Hauswirtschaftsunterricht in dieser Form in ihrer Schule nicht kennen. Fazit: Es hat allen riesigen Spaß gemacht und wird sicherlich in ähnlicher Form wiederholt werden müssen.

Merci beaucoup, Mme Elsner, les "Brötchen" étaient vraiment délicieux!

Dienstag, 28. Mai 2013

Unter der Leitung von Frau Jürgens-Becker aus der Möörkenschule und unterstützt von Frau Wille machten sich die Franzosen heute auf den Weg zur Küste. In Neuharlingersiel ging die Gruppe an Bord eines Kutters und fuhr hinaus zu den Seehundbänken, wo zahlreiche Seehunde (frz. phoques) beobachtet werden konnten. Dann wurde das Schleppnetz ausgelegt, aber Neptun war der Mannschaft an diesem Tag nicht sehr hold und außer ein paar Krabben, Krebsen und kleinen Seesternen ging den Fischern nichts ins Netz.

Nach einem ausgiebigen Picknick fuhr die Gruppe weiter nach Jever wo eine Brauereibesichtigung anstand. Beeindruckend war die vollautomatisierte Abfüllung und die tägliche Abfüllmenge. Es fehlte eigentlich nur noch eins: eine Verkostung des Gerstensaftes, welche aber sehr zum Bedauern, vor allem der begleitenden französischen Lehrkräfte, nicht auf dem Programm stand. Schade, schade!

Ein Bummel durch die Innenstadt von Jever (Shopping, Shopping) rundete diesen ereignisreichen Tag ab.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Ein von allen Teilnehmern -Franzosen wie Deutschen- immer wieder gewünschtes Highlight der Austauschtage stand heute auf unserem Programm: Paddel und Pedal war angesagt. Leider meinte es der Wettergott wie an allen Tagen so auch heute nicht gar so gut mit uns, und so mussten wir bei mäßigen Temperaturen radeln und Kanu fahren.

Eine Gruppe fuhr direkt nach Timmel, bestieg dort die Boote und paddelte bis zum Eiland nach Westgroßefehn, die zweite Gruppe radelte über den Ostfrieslandwanderweg bis nach Ostgroßefehn und dann weiter am Kanal bis nach Westgroßefehn, wo dann gepicknickt und auf die Kanufahrer gewartet wurde. Nach deren Ankunft tauschte man die Verkehrsmittel und fuhr zurück nach Timmel. Einige ganz Mutige ließen es sich trotz der niedrigen Temperaturen nicht nehmen, doch noch ein Bad im Timmeler Meer zu nehmen. Erkältet hat sich dabei zum Glück niemand. 

Gegen 16h00 Uhr waren alle wieder in Hesel und fuhren von dort zurück nach Leer und in ihre Heimatorte.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Heute nahmen alle Schülerinnen und Schüler nochmals in der Möörkenschule und der Schule "Kloster Barthe" am Unterricht ihrer Partner teil.

Der Nachmittag stand dann allen zur freien Verfügung.

Freitag, 31. Mai 2013

Am letzten Tag ihres Aufenthalts wurden die Franzosen mit einer weiteren ostfriesischen Tradition vertraut gemacht: Johann Saathoff, unser Heseler Boßelpapst, wies die Gäste in den Nationalsport der Ostfriesen, das Boßeln ein. Nach einem sehr informativen Vortrag über diesen Sport und einem kurzen Blick auf die Boßelregeln wurde es ernst. Es wurden deutsch/französische Gruppen gebildet und dann konnte es auf die Straße gehen. Mit viel Spaß und Gejohle aber auch sportlichem Ehrgeiz ging es von Hesel bis nach Benigafehn/Ecke Schulstraße und wieder zurück. Der Spaß überwog natürlich und der ein oder andere musste sich ob seiner verunglückten Würfe mit dem olympischen Gedanken trösten: dabei sein ist alles.

Vielen Dank, Johann für diesen tollen Vormittag!   


Gegen 17h00 Uhr traf man sich dann noch ein letztes Mal im Dorfgemeinschaftshaus in Holtland zu Tee und Kuchen und um "Tschüss, Au revoir et à la prochaine" zu sagen. Der Kuchen war lecker, der Service des DGH-Personals perfekt und die einstudierten Dankesworte der französischen Jugendlichen wurden mit viel Beifall belohnt und verfehlten ihre Wirkung nicht: die Taschentücher blieben nicht trocken.

Gegen 19h00 hieß es endgültig Abschied nehmen und den Gästen eine gute Reise zurück in die Normandie zu wünschen.

Bon voyage et à l'année prochaine en Normandie!!!

Dank sagen möchte ich an dieser Stelle natürlich den Eltern für den leckeren Kuchen an diesem Abend, aber auch für das Engagement und die Geduld und Ihr Verständnis während der vergangenen 10 Tage, Frau Meyer und ihren Helferinnen vom DGH Holtland, der Gemeinde Holtland und allen, die zum guten Gelingen dieses Austauschs beigetragen haben!

Merci beaucoup!

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Und wir möchten uns bei Herrn Fahrner bedanken für dieses ausführliche Tagebuch und die vielen eindrucksvollen Fotos!