Austausch 2012

Austauschplan Mai

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Austauschplan Mai 2012

Deutsch-französischer Schüleraustausch vom 02. - 11. Mai 2012

Tagebuch Mai 2012                                                                                                       geschrieben von B. Fahrner

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02.05.12  Ankunft in Hesel

Nach einer langen und anstrengenden Reise kamen unsere Gäste reichlich verspätet erst gegen 21h00 in Hesel an der Schule an. Die Schulleiterin, Frau Fedorowicz, begrüßte die Mädchen und Jungen aus der Normandie und ihre drei Begleiterinnen, Frau Dumesnil, Frau Levesque und Frau Duchange, ganz herzlich und hieß sie in Hesel willkommen. Dann reichte es gerade noch zu einem kurzen Begrüßungsschluck, bevor die französischen Gäste mit ihren Gastgebern nach Hause fuhren, wo sie sicherlich sehr schnell in die Betten fielen.


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03.05.12  Schulalltag und Empfang im Rathaus

In der ersten Hälfte dieses Vormittags durften die französischen Gäste am Unterricht an unserer Schule teilnehmen, um sich so einen ersten Eindruck von Schule in Deutschland zu verschaffen.

Um 11h00 waren wir dann bei der Samtgemeinde Hesel zum schon traditionellen Empfang eingeladen. Da der Bürgermeister, Herr Themann, verhindert war, begrüßte uns seine Stellvertreterin, Frau Berghaus, im Rathaus und hieß uns herzlich willkommen. Natürlich gab es Ostfriesentee mit den dazugehörigen Erklärungen zur ostfriesischen Teezeremonie und leckeren Teekuchen, der allen Gästen hervorragend schmeckte. Danach informierte uns Frau Berghaus über das ein oder andere Wissenswerte zur Samtgemeinde Hesel und zur Region Ostfriesland. Beim Abschied gab es, neben reichlich Informationsmaterial, ein kleines Päckchen Tee auf dem - passend zum Anlass - die französische und deutsche Flagge prangte und ein Willkommensgruß auf französisch und plattdeutsch zu lesen war. Eine sehr originelle Idee! Ein Gruppenfoto vor dem Rathaus gehörte selbstverständlich auch dazu.



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04.05.12  Heuler bestaunen in Norddeich und Moormuseum Moordorf

Heute fuhren die französischen Schüler mit ihren Lehrern und einigen deutschen Kollegen an die Küste, um zunächst die Seehundaufzuchtstation in Norddeich zu besuchen.Dort wurden sie freundlich auf französisch begrüßt und durften einen Fragebogen zum Thema "Wattenmeer" bearbeiten. Um 10h00 begann das für die Schüler interessante Spektakel der Fütterung der dort lebenden und zur Auswilderung vorbereiteten Heuler.

Nach einem gemeinsamen Picknick fuhr die Gruppe ins Moormuseum nach Moordorf, wo zwei fachkundige Mitarbeiterinnen des Museums die Schüler in Empfang nahmen und in zwei Gruppen durch das Museumsdorf führten. Unterstützt wurde diese Besichtigung noch durch zwei Videofilme, die das harte Leben der Moordorfer bis ins Jahr 1955 zeigten.

05.05.12 und 06.05.12  Wochenende in den Gastfamilien

Am Samstag und Sonntag hatten sich die gastgebenden Familien eine Menge einfallen lassen, um ihren Gästen unsere Region zu zeigen und ein wenig näher zu bringen.

Dies reichte von Fahrradtouren zur Pünte und Kurbelfähre -mit einem leckeren Eisbecher im Melkhuske zwischendurch - bis zu Fahrten in die nähere und weitere Umgebung. Das Miniaturland in Leer, Greetsiel, die Nordseeküste, Oldenburg und Bremen, aber auch Besuche unseres Nachbarlandes in Groningen oder Bourtange standen auf dem Programm. Einige Familien konnten ihren Gästen sogar eine typisch ostfriesische Familienfeier bieten und das Brinkumer Fest stand natürlich auch bei dem ein oder anderen auf der Liste.

Fazit: Langweilig wurde es niemandem, alle haben das Wochenende in den Familien genossen und gemeinsam hatten Gäste und Gastgeber viel Spaß miteinander.


07.05.12   Die Meyer-Werft und ihre Luxusliner faszinieren

An diesem Montag besuchten die französischen Schüler mit ihren Lehrern die Meyer-Werft in Papenburg. Die Führung, die auf französisch stattfand, gab nicht nur Einblicke in die Dimensionen des modernen Schiffbaus, sondern lieferte auch anschauliche Vergleiche mit dem Eiffelturm und der Kathedrale von Reims. So werden die Schüler sicher nie vergessen, wie lang die AIDA ist. Denn wie hieß es während der Führung so oft: "N'oubliez jamais!"

Im Anschluss an die Führung auf der Werft blieb noch Zeit für ein kurzes Kennenlernen der Papenburger Innenstadt, besonders der Fußgängerzone entlang des Hauptkanals mit seinen Museumsschiffen.

Pünktlich um 13h15 waren alle Schüler wieder zurück in der Schule und fuhren anschließend mit ihren Partnern in die Wohnorte.


08.05.12  Paddel und Pedal nach Timmel und Westgroßefehn

Nachdem die Schüler der Möörkenschule mit ihren französischen Partnern gegen 8h45 per Rad in Hesel eingetroffen waren, wurde die große Teilnehmergruppe aufgeteilt und eine Gruppe machte sich auf schnellstem Weg auf zur Paddel- und Pedalstation nach Timmel. Dort wurden sie von Frau Doden in das Paddeln und Steuern eines Kanus eingewiesen und dann konnte es auch schon losgehen. Die Boote wurden geentert und mehr oder weniger fachmännisch bis zum "Eiland" nach Westgroßefehn gepaddelt. Einigen Bootsbesatzungen soll es dabei tatsächlich gelungen sein, durch geschicktes Kreuzen und Ausnutzen der gesamten Breite des Fehntjer Tiefs annnähernd doppelt so viele Kilometer absolviert zu haben wie diejenigen, die den direkten Weg in der Mitte des Gewässers bevorzugten. In Westgroßefehn wartete inzwischen schon die zweite Gruppe, die über den Ostfrieslandwanderweg via Bagband - Strackholt - Ostgroßefehn und Aurich-Oldendorf zum "Eiland" geradelt waren. Gemeinsam machte man dort erst mal ein anständiges Picknick, um danach frisch gestärkt die jeweils zweite Etappe in Angriff zu nehmen: die Bootsfahrer stiegen um auf die Räder der zweiten Gruppe und fuhren darauf zurück nach Timmel, während die Radler in die Kanus stiegen und die Boote sicher zurück nach Timmel paddelten, wobei es auch hier wieder Genießer gab, die nicht genug bekommen konnten, und die das Tief nicht nur der Länge sondern auch der Breite nach ganz genau vermessen wollten. Nach knapp zwei Stunden waren alle wieder gut und halbwegs trocken in Timmel angekommen, und nach einer kurzen Pause machten sich alle Schüler gemeinsam auf den Rückweg nach Hesel.

Einig waren sich alle darin, dass dieser Tag ziemlich anstrengend war und dass es allen wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.

Dieser Klassiker darf im Austauschprogramm auf gar keinen Fall fehlen.


09.05.12  Heute wird's sportlich

Nachdem die französischen Gäste zunächst am Unterricht der Deutschen teilgenommen hatten, galt es ab der 4. Stunde körperliche Fitness zu zeigen.

Leider meinte der Wettergott es an diesem Vormittag nicht so gut mit uns, so dass die Aktivitäten im Freien nur bedingt durchgeführt werden konnten. Einige "ganz Harte" ließen sich aber auch vom schlechten Wetter nicht entmutigen und nahmen trotz des Regens das Boßelangebot der Kollegen Kroon und Saathoff gerne an. Johann Saathoff - ein Spezialist in Sachen Boßeln - wies die Gäste in die Geheimnisse und Tücken dieses ostfriesischen Spiels ein; und dann ging es ab auf die Straße. Riesigen Spaß hatten alle Teilnehmer, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann.

Für die Hallensportler war, passend zur anstehenden Fußball-Europameisterschaft, ein internationales Hallenfußballturnier angesagt.

4 Mannschaften (WPK GSW, die Partner aus Leipzig, WPK Französisch und die Partner aus Frankreich) traten in jeweils 15-minütigen Spielen jeder gegen jeden an.

Nach spannenden und sehr fair geführten Spielen konnten sich die Schüler des WPK Französisch als Sieger vor dem WPK GSW durchsetzen. Die Plätze drei und vier belegten die französischen Schüler vor den Schülern aus Leipzig.

Am Abend waren alle Heseler Teilnehmer mit ihren "corres", den Eltern und den französischen Lehrern in die Fetenscheune der Familie Lindemann in Klein-Hesel eingeladen. Es gab Leckeres vom Grill und bei Gesprächen mit den Gasteltern wurde auch das eine oder andere Anekdötchen zum Besten gegeben. Einig waren sich alle: der Austausch ist eine tolle Sache für Schüler und auch die Eltern und sollte unbedingt fortgeführt werden. Bester Beweis dafür: vier Schülerinnen und Schüler, die eigentlich im nächsten Jahr nicht wieder teilnehmen wollten, haben sich doch überzeugen lassen und fahren im Herbst wieder mit in die Normandie.

Ein ganz herzliches Dankeschön der Familie Lindemann, die uns diesen gemeinsamen Abend ermöglicht hat. Das war Spitze!


10.05.12  Tagesfahrt nach Bremerhaven und Besuch des Klimahauses

Am heutigen Donnerstag stand eine Tagesfahrt nach Bremerhaven mit Besichtigung des Klimahauses auf dem Programm. Dieses erst im Juli 2009 eröffnete moderne Museum ist wirklich die doch recht lange Anreise wert gewesen. Restlos alle - und damit meine ich Schüler und Lehrer - waren begeistert und fasziniert von der Vielfalt der ausgestellten Exponate und der Reise um die ganze Welt entlang des 8° Längengrades (auf dem liegt Bremerhaven) mit dem Besuch der Schweiz, Sardiniens, Nigers, Kameruns, der Antarktis, Samoas, Alaskas und der Insel Langeneß in Nordfriesland. Die eingeplanten drei Stunden vergingen wie im Flug und alle waren sich einig: "Hier hätten wir noch länger bleiben können, ohne das es uns langweilig geworden wäre!" Und diese Aussage aus Schülermund, das will schon etwas heißen.

Die anschließende Zeit nutzten alle für ein Picknick oder einen Besuch bei den Hamburger-Bratern und - vor allem die Mädchen - für das unvermeidliche Shopping.

Pünktlich um 16h30 waren wir wieder in Hesel, wo die Gasteltern uns schon erwarteten.


11.05.12  Vormittags volle Kanne Unterricht und tränenreicher Abschied am Abend

Gar zu schnell war für viele der letzte Tag des Austauschs gekommen. Vormittags hieß es nochmals: Teilnahme am Unterricht.

Am Nachmittag konnten dann allerletzte Besorgungen erledigt werden ("la bière pour papa" musste schließlich noch gekauft werden) und dann war Koffer packen angesagt.

Gegen 17h00 trafen sich alle Schüler, Eltern und Lehrer zu einer letzten gemeinsamen Teetafel im Saal der reformierten Kirchengemeinde in Leer. Nach dem offiziellen Teil mit Dankesworten Herrn Kluths, Schulleiter der Möörkenschule und Mme Dumesnils, Verantwortliche für den Austausch auf französischer Seite, gab es Ostfriesentee und leckeren, von den Eltern selbst gebackenen Kuchen. 

Danach hatten die französischen Gäste ein musikalisches Dankeschön einstudiert, welches die Gasteltern mit begeistertem Applaus bedachten.

Spätesten gegen 18h30, als der Bus vor dem Haus vorfuhr, wurden die bis dahin noch trocken gebliebenen Taschentücher gezückt, und es wurde ein sehr tränenreicher Abschied. Ich denke, hier zeigte sich deutlich die Herzlichkeit, mit der sich Gäste und Gastgeber begegnet sind und dass der Abschied von liebgewonnenen Freunden doch schmerzt. Einziger Trost: die Gäste kommen im nächsten Jahr wieder.

Pünktlich um 19h00 fuhr der Bus ab, begleitet von allen guten Wünschen für eine angenehme Rückfahrt.

Mir bleibt an dieser Stelle nur noch, mich bei allen Beteiligten ganz herzlich für die Gastfreundschaft und das Verständnis zu bedanken.

Merci beaucoup à tous et à l'année prochaine!